Samstag, 3. Dezember 2011

Minerva und Joey Kelly

Hallo,



Ihr alle kennt Joey Kelly, den Extremsportler. Joey hat mehrere Ironmen und zahlreiche Wüstenmarathons erfolgreich hinter sich gebracht. Unter anderem nahm er am Iditasport-Ultra-Marathon teil. In 48 Stunden lief er 160 Kilometer nonstop. In Alaska durchquerte er mit drei Weggefährten, darunter auch der Moderator Markus Lanz, bei minus 25 Grad den gesamten, unwirtlichen Kontinent. Ihr Gepäck zogen sie, jeder auf einem Schlitten, hinter sich her. Dieser Schlitten hatte ein Gewicht von 15 Kilogramm und trug das Notwendigste zum Überleben. 

Am 24. November 2011, um 20.00 Uhr erzählte Joey Kelly im Dietrich Keuning-Haus in Dortmund aus seinem Leben. 

Er berichtete von seiner Kindheit, die sich größtenteils in einem Doppeldeckerbus in mehreren Ländern Europas abspielte. Die Familie begann als Straßenmusikanten in Italien, nachdem man ihnen ihr gesamtes Hab und Gut gestohlen hatte. Unter der strengen Fuchtel des Vaters lernte jedes Kind mehrere Sprachen und Instrumente zu beherrschen.

Dies beflügelte die Kellys, in zahlreichen kleinen und großen Städten, auf den Straßen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Gruppe wurde immer besser. An schlechten Tagen hatten sie am Abend zwischen 2.000 und 3.000 DM verdient; an guten Tagen waren es 20.000 bis 30.000 DM. Irgendwann kam dann der große Durchbruch. Fortan stand die Kelly Family auf allen Bühnen dieser Welt. Ihr Album „Over the hump“ ist immer noch das meistverkaufteste Album der Welt.

Neben der Musik tat sich Joey auch als Sportler groß hervor. Er erzählte, dass er einen Ironman lief und danach mit einem Hubschrauber sofort nach München geflogen wurde. Der Hubschrauber landete vor dem Olympiastadion. Joey stieg aus, zog sich während des Laufens seine Bühnengarderobe an und stand punktgenau, zeitgerecht auf der Bühne. Siebzigtausend Zuschauer warteten auf die Kellys. Seine Brüder waren ziemlich sauer, doch er meinte nur: „Was wollt ihr? Ich bin doch pünktlich.“
Nachdem auch Angelo, der Jüngste der Kellys, erwachsen geworden war, und die Musik mittlerweile in den Hintergrund getreten war, wurde aus Joey der große Sportler Joey Kelly.

Eines seiner zahlreichen Erlebnisse hielt er in seinem Buch „Hysterie des Körpers“ fest. Joey ging ins Extreme und lief zu Fuß 900 Kilometer quer durch Deutschland, von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze. Er durfte nichts annehmen, nichts kaufen, sich nichts schenken lassen, sondern musste von dem leben, was die Natur ihm bot. Das Einzigste, was er sich leistete, war eine Plane aus dem Baumarkt für 9.57 €, auf der er nachts schlief und die er auch als Zelt benutzte. 

Was er erlebte, erzählte mir Joey in einem Interview, welches Ihr bei Radio Witch hören werdet. Außerdem werde ich Euch wichtige Passagen aus seinem Buch vorlesen. 


Auf den letzten Seiten des Buches sind zwei Portrait-Fotos von Joey zu sehen. Das eine vom Tag vor dem Start, am 3. September 2010, das andere nach seinem Gewaltmarsch, siebzehn Tage später, am Ziel aufgenommen. Darauf ist deutlich erkennbar, dass er durch die gesamte Exkursion 18 Kilogramm an Gewicht verloren hatte. 

Eure 
Minerva

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